Michelle Lenk.

 

 

 

 

Ich bin Michelle, Ehefrau, Mama von zwei Jungen und zudem absolut verliebt in den Karneval.

 

Über das Alter einer Frau spricht man nicht ...

 

Warum nicht? Ich bin 1987 geboren und 33 Jahre alt. Die 90er Jahre und all ihre wunderbaren Vorzüge durfte ich voll und ganz miterleben 😉 Das ist doch auf jeden Fall dann ein Grund darüber zu sprechen.

 

Powerspruch ...

 

„Glaube an Wunder, Liebe und Glück, schaue nach vorne und niemals zurück. Tu das was DU willst und stehe dazu, denn dieses Leben lebst nur DU“

 

Liebe ist ...

 

für mich das größte Glück auf Erden. Eine weise ältere Dame ( meine „Ziehoma“) sagte mir, dass die wahre Liebe niemals endet, egal, ob es mal einen richtigen Streit gibt, man absolute Tiefen und traurige Situationen erlebt oder man für längere Zeit nicht zusammen sein kann. All diese Momente sind es, die die Liebe so besonders machen und festigen.

Mein Markenzeichen ...

 

Die Haare sind fast immer zum Dutt gesteckt, am liebsten trage ich Jeans und Sneaker und obwohl ich Tänzerin bin, schwebe ich ehrlich gesagt nicht wie eine Elfe über den Boden. Mein Mann nennt es liebevoll Elefantenhorde, wenn ich im Obergeschoss das Tanzbein schwinge und er im Erdgeschoss sitzt.

 



Wenn ich OB von Bottrop wäre ...

 

... würde ich versuchen Jung und Alt mehr miteinander zu verbinden. Aktuell ist es sehr oft ein Gegeneinander in den verschiedenen Generationen. Jung schimpft über Alt und Alt über Jung. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Gerade jetzt, brauchen wir uns gegenseitig und das scheint noch nicht überall angekommen zu sein.

 

Corona macht ...

 

...mich zunehmend nachdenklicher und auch wütend. Das ist einfach nicht das Leben, was ich mir für unsere Kinder gewünscht habe. Ich würde ihnen gerne vieles ersparen.

 

Erste Handlung nach Pandemieende...

 

Ich würde sofort meine Patentante, sie ist eigentlich meine „Ziehoma“ und meinen Onkel in Niedersachen besuchen und sie herzlich umarmen. Sie sind zu Beginn der Pandemie aus dem Ruhrgebiet nach Niedersachsen gezogen. Es gab keine warme Umarmung zum Abschied, keinen dicken Drücker für die Kinder und keinen Kuss auf die Wange, nach welchem ich mir dann immer ihren roten Lippenstift wegwischen muss. Oft hofft man, dass das auch wirklich noch möglich sein wird, denn wir Alle werden nicht jünger und die Angst, diese Momente nicht mehr erleben zu dürfen, taucht immer mal wieder auf. Daher würde ich mir als erstes meine Familie schnappen und einen wunderbaren Ausflug nach Niedersachsen machen.

 


my daily business...

 

Von Montag bis Donnerstag arbeite ich an diversen Kalkulationen, Auswertungen und Präsentationen für die DB Cargo AG. Nach der Arbeit widme ich mich meiner Familie und meinem Hobby, dem karnevalistischen Tanzsport. Aktuell verschwimmt alles eher miteinander. Der Spagat zwischen Familie und Beruf gestaltet sich derzeit nicht ganz so einfach, aber bisher rocken wird das Ding glaube ich, ganz gut. Der Freitag ist dann für unsere Kinder reserviert, nachdem ich vormittags schnell alle Dinge erledige, die an den anderen Tagen halt liegen bleiben. Wenn ich dann am Abend noch fit bin, nehme ich mir gerne die Häkelnadel und Wolle zur Hand und zaubere kleine Traumfänger oder auch mal Türkränze. Oder aber ich setze mich an die Nähmaschine und nähe unseren Kids neue Kleidung. Ich liebe es mich kreativ auszutoben.

 

 


Aus den Kinderschuhen in die Zukunft...

 

Ich hatte eine schöne Kindheit, eine wilde Jugend und ein tolles Leben als junge Erwachsene mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Ich durfte die Liebe meines Lebens auf der Arbeit kennenlernen, was ich persönlich niemals wollte. Aber wenn es Klick macht, dann macht es halt klick. Unser Leben lief verdammt rund. Ein Eigenheim, eine wunderbare und unvergessliche Hochzeit, schöne Urlaube, aber eins wollte einfach nicht so klappen, wie wir es uns wünschten. Denn da war er, der Kinderwunsch.

 


 

 

Ich wurde schwanger und verlor das Baby in der 12 SSW, einen Tag vor meinem Geburtstag, einen Tag bevor wir es unseren Familien sagen wollten. Was wir damals nicht wussten, es war ein 6er im Lotto, dass ich überhaupt schwanger geworden war. Es war ein schrecklicher Tag, ich fühlte mich allein, obwohl ich nicht allein war, meine Gedanken fanden keine klare Linie mehr. Wir haben offen mit Freunden und der Familie gesprochen und waren so dankbar, dass man uns auch offen über eigene Erfahrungen berichtete. Ja und plötzlich war ich damit nicht mehr allein, sondern hatte Freundinnen, die mit mir das gleiche Schicksal teilten, aber vorher nie darüber gesprochen hatten. Es vergingen Wochen, Monate, Jahre… Immer wieder kam die Frage von Außenstehenden: Sag mal wollt ihr keine Kinder? Ihr seid doch jetzt schon länger verheiratet? Meine Antwort: Ja zur Hölle, wir wollen Kinder, aber es klappt einfach nicht. (Kleiner Rat, fragt so etwas einfach nicht, man weiß nie, was sein Gegenüber vielleicht schon durchmacht) Zig „Haushaltstipps, tolle Ratschläge und Weisheiten versuchten wir umzusetzen, aber das meiste war eher Quatsch und vorbei an jeglicher biologischen Logik.

 

 

 

Unser Weg führte uns dann doch in das Kinderwunschzentrum Nummer 1. Auf den ersten Blick fühlten wir uns gut aufgehoben, aber mit jeder weiteren Untersuchung kam ein komisches Gefühl in mir auf. Behandlung 1 stimmten wir aber dennoch zu. Eine IUI - Intrauterinen Insemination. Ein ganz schön sensibles Thema auch für meinen Mann, denn schließlich sagt man hier mehr oder weniger: Hey, deine Spermien sind nicht schnell genug, wir müssen ihnen mal ein wenig auf die Sprünge helfen. Naja gesagt, getan… Es funktionierte nicht. Da war sie wieder, die Enttäuschung, dass wieder ein Monat vergangen war, in dem es einfach nicht geklappt hat. Doch irgendwie wurden meine Zweifel immer größer, ich fühlte mich unsicher und nicht verstanden, einfach nicht richtig aufgehoben. Wir hatten nun also das volle Programm vor uns, eine ICSI. Wow, was ein Gedanke. Unser Kind wird also von Medizinern im Labor gezeugt. Aber da war noch immer dieser eine Gedanke, diese eine Unsicherheit, dieses Gefühl, sich einfach nicht wohl zu fühlen und das waren einfach die falschen Voraussetzungen für diesen „Plan“. Wir hatten alle Unterlagen für die Krankenkasse, es sollte bald losgehen. Doch ich brach plötzlich alles ab. Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich das nicht kann und dass ich gerne eine andere Kinderwunschklinik aufsuchen möchte.

 

Mein Mann hatte absolutes Verständnis, wir machten uns beide noch einmal schlau, versuchten Erfahrungen auszuwerten und landeten in Kinderwunschklinik Nummer 2. Dort sagte man uns nach den ersten Untersuchungen folgenden Satz: „Sie können derzeit auf natürlichem Weg NICHT schwanger werden, dass sie bereits einmal schwanger waren, können sie als 6er im Lotto betrachten, ihre Werte sind auf beiden Seiten katastrophal“ Uff, das waren harte, aber ehrliche Worte. Ich brauchte niemanden, der mir Honig ums Maul schmierte und mir versprach, dass alles gut wird. Wir brauchten beide genau diese Worte von Menschen die ihren Job machten und nicht mit den Emotionen von möglichen Eltern spielten. Es lag also an uns beiden. Ich mit Endometriose ( die schon mehrfach im Vorfeld operativ entfernt wurde), er mit nicht ganz so optimalen Spermien. Somit blieb uns nur eine Möglichkeit. Wie auch in Kinderwunschklinik 1, riet man uns zu einer ICSI. Alle Unterlagen wurden dieses Mal bei der Krankenkasse eingereicht. Alle Medikamente in der Apotheke gekauft (man geht hier im Übrigen erstmal in Vorlage. Wie machen das Familien, wo die Krankenkasse zudem nur 50% der Kosten trägt, oder Familien denen es finanziell vielleicht nicht so gut geht?), alles wurde besprochen, der Therapieplan lag vor. Dann sollte es losegehen und ich bekam die Grippe meines Lebens. Unter Tränen rief ich in der Klinik an und sagte wie es mir ging. ABBRUCH. Wir starten nicht, sagte die Ärztin. Für mich brach eine Welt zusammen. Aber wir schauten mit voller Hoffnung auf den nächsten Monat. Wer weiß, wofür das alles gut war. Denn es geschah etwas, womit wir nicht gerechnet hatten. Der Therapieplan startete, eine Freundin setzte mir jeden Abend die Hormonspritzen, da ich es selber nicht konnte, meine Eizellen wurden entnommen und von den Medizinern mit den Spermien meines Mannes befruchtet, zwei befruchtete Eizellen wurden mir also wieder eingesetzt, die ICSI fand statt, das Warten hatte begonnen. Was soll ich sagen, es war ein langer Weg bis zu Versuch Nummer 1, aber er war erfolgreich. Ich war also tatsächlich schwanger, wir erwarteten unser erstes Dezemberwunder. Die Schwangerschaft war super, ohne Komplikationen, die Geburt perfekt und unser absolutes Wunschkind erblickte das Licht der Welt.

 

 

 

 

 

Zwei Jahre später war der Wunsch nach Kinder Nummer 2 aber da. Doch für uns beide stand fest, dass wir den Weg in die Kinderwunschklinik nicht noch einmal gehen würden. Nicht, weil wir unzufrieden waren, nein absolut nicht. Sondern, weil wir unser Glück nicht herausfordern wollten. Wir hatten ein gesundes Kind, wenn es noch einmal auf natürlichem Weg klappen würde, wäre es perfekt, wenn nicht, wäre es aber kein Weltuntergang. Ja und siehe da, der erste Versuch, ein positiver Schwangerschaftstest, aber das kleine Mäuschen wollte nicht bleiben. Dieses Mal war ich zwar traurig, aber ich fasste sofort den Mut und dachte es wird schon klappen. Also auf in Versuch Nummer 2. Wir wollten eigentlich nicht unbedingt ein weiteres Dezemberkind, glaubten aber nicht daran, dass es direkt wieder klappen würde und nutzen den Monat trotzdem. Was soll ich sagen? Unser zweites Wunder kam ebenfalls im Dezember zur Welt. Warum ich diese Geschichte mit euch teile? Weil ich euch Mut machen möchte. Weil ich möchte, dass das Thema Kinderwunsch kein Tabuthema ist und weil ich möchte, dass ihr starken Frauen wisst, dass ihr nicht allein seid.

 

Herzensprojekte ...

 

 

Meine Tanzgarden der Großen Karnevalsgesellschaft Bottrop 1896 e.V. und meine Leidenschaft zum Häkeln. Traumfänger, Türkränze, alles was die Häkelnadel und meine kreative Ader so hergeben.

 

 

 

 

Missglückt ...

 

 

Puh, mit Sicherheit schon vieles, aber dann gilt: Aufstehen, Krone richten (als Ex-Stadtprinzessen klappt das ganz gut 😉) und weitergehen.

 

 

Wenn ich frei habe ...

 

... versuche ich zu „normalen Zeiten“ so viel wie möglich raus zu kommen, unseren Kindern die Welt zu zeigen und jeden Moment als Familie zu genießen. Aktuell ist ein freier Tag aber eher selten, denn auch wenn die Arbeit ruht, bleibt derzeit so vieles liegen, was trotzdem erledigt werden muss und dafür werden dann die freien Tage genutzt…

 


Morgenroutine ...

 

Wenn es gut läuft stehe ich vor den Kindern auf, dann kann ich mich ganz entspannt in die Küche setzen, einen Kaffee trinken und mich dann aber in absoluter Eile fertig machen, bevor die Kinder wach werden. Das ist aber eher selten der Fall. Die Wirklichkeit ist anders, die Kinder werden wach, gerne so um kurz vor 5 Uhr und dann ist ehrlich gesagt jeder Morgen davon abhängig, wie die Kids so drauf sind. Der Große sitzt auch gerne gemütlich am Esstisch, der Kleine hingegen gibt schon direkt Vollgas und frühstückt so schnell, damit er bloß spielen kann. Meine Routine ist daher ganz einfach: Wir sind um 7 Uhr alle fertig und zusammen startklar. Wie wir dahin gekommen sind bleibt eine tägliche Überraschung 😉

 

Meine 3 Beauty Must-Haves...

 

Make-up, Rouge und Wimperntusche 😉 Bin da eher immer so der natürliche und praktische Typ.

 

Abendroutine ...

 

Sie ist fast immer gleich ist: Erst das gemeinsame Abendbrot, danach ab ins Bad und dann sitzen wir bettfertig, eingekuschelt unter einer dicken Decke und schauen gemeinsam das Sandmännchen. Eine Routine, die vermutliche irgendwann enden wird, aber derzeit ist genau das der Moment, den ich jeden Abend sehr genieße.

 


Was ich mir vom sisterhood-Netzwerk wünschen würde...

 

 

 

Einen offenen und ehrlichen Austausch, dass wir anderen Frauen Mut machen, dass wir voneinander lernen und dass wir miteinander, anstatt gegeneinander arbeiten.

 

Eure Michelle Lenk